Bauspardarlehen

Paar vor Haus

Das Bauspardarlehen ist ein Darlehen zur Baufinanzierung, welches nur in Verbindung mit einem Bausparvertrag erhältlich ist. Zweck eines Bausparvertrages ist es im Normalfall, nicht nur eine Anlageform zu finden, sondern eben auch ein Bauspardarlehen zu erhalten. Dieses bekommt man aber erst, nachdem man eine bestimmte Summe, die vertragliche vereinbart wurde, angespart hat. Diese Zeit, in der erst einmal Geld angesammelt wird nennt man auch Ansparphase. Wenn diese abgeschlossen ist, erhält der Kunde nicht nur die angesparte Summe, sondern auch einen gewissen Betrag als Kredit – das Bauspardarlehen.

Höhe des Bauspardarlehens berechnen

In einem Bausparvertrag wird bei Vertragsabschluss eine Bausparsumme festgelegt. Diese setzt sich zusammen aus eingezahltem Sparguthaben und einer Darlehenssumme. Wie hoch die Darlehenssumme im einzelnen Fall dann bei Zuteilung ist, lässt sich ganze einfach berechnen: Darlehensbetrag ist Bausparsumme minus Sparguthaben. Da man bei manchen Tarifen auch nur einen Teil der Sparsumme aufbringen muss, um ein Darlehen zu erhalten, variiert bei diesen dann auch die Höhe des Darlehens. Die Höhe der Gesamtbausparsumme sollte sich nach dem Zweck der Baufinanzierung richten.

Bauspardarlehen Zinsen

Der Vorteil eines Bausparvertrags ist, dass für das Bauspardarlehen bei Vertragsabschluss ein Festzins vereinbart wird. Das heißt, dass auch nach der Ansparphase, die auch bis zu zehn Jahren dauern kann, immer noch der gleiche Zinssatz auf das Darlehen gewährt wird. Man sollte allerdings vor Vertragsabschluss einzelne Bauspartarife vergleichen, da es hier durchaus Unterschiede gibt. Hat man sich erst einmal für einen Tarif entschieden bleibt der versprochene und im vertrag vereinbarte Zins erhalten.

Nutzungsmöglichkeiten

Ein Bauspardarlehen ist nicht mit einem normalen Kredit zu verwechseln. Es darf nur zweckgebunden für den Wohnungsbau oder den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung genutzt werden, die vom Kreditnehmer selbst genutzt wird. Die Finanzierung vermieteter Objekte ist mit Bauspardarlehen nicht oder nur mit großen Einschränkungen möglich. Die Verwendung der gewährtern Mittel müssen die Darlehensnehmer der Bausparkasse nachweisen. Dies kann anhand von Handwerkerrechnungen erfolgen, auch der Kaufvertrag sowie die Fälligkeitsmitteilung des Notars sind entsprechende Belege, die akzeptiert werden. Bei kleineren Summen bis 10.000 Euro ist es sogar ausreichend, dass der Vermittler die wohnwirtschaftliche Verwendung bestätigt.

Ab wann kann das Bauspardarlehen genutzt werden?

Bei einem Bausparvertrag ist der konkrete Zeitpunkt der Auszahlung nicht festgehalten sondern variabel. Dies liegt an der besonderen Art der Finanzierung, die das Bausparen bietet. Sobald alle Zuteilungsvoraussetzungen erfüllt sind, wird der Bausparer von der Bausparkasse darüber informiert, dass seine Bausparsumme jetzt theoretisch zur Verfügung stünde.

Mindestansparsumme

Um Geld aus dem Bausparvertrag ausgezahlt zu bekommen, ist es nicht zwingend notwendig die gesamte Sparsumme aufzubringen. Man kann auch bereits früher die Einzahlungen stoppen und das Darlehen in Anspruch nehmen, sofern man bereits die Mindestsparsumme geleistet hat. Wie hoch diese ist, wird bei Abschluss des Bausparvertrags festgelegt und variiert meist nach Anbieter und gewähltem Tarif. In der Regel entspricht die Mindestansparsumme aber einem Wert von 30-50 % der Bausparsumme. Je nach persönlicher Lage kann es sinnvoller sein, nur die Mindestwerte zu erfüllen, oder die volle Summe anzusparen.

Mindestlaufzeit

Ähnlich verhält es sich mit der Mindestsparzeit. Auch diese wird vertraglich festgelegt, und legt nur fest wie lange man mindestens einzahlen muss. Die eigentliche volle Laufzeit ergibt sich aus der Höhe der monatlichen Zinsen und wie viel Prozent der Gesamtsparsumme man insgesamt einzahlen möchte. Da bei Bausparverträgen auch jederzeit Sonderzahlungen möglich sind, kann die Gesamtlaufzeit stark variieren oder sich eben auch kurzfristig ändern, wenn man größere Sonderzahlungen vornimmt.

Bewertungszahl

Ein weiteres Kriterium, das oft im Zusammenhang mit dem Auszahlungszeitpunkt genannt wird ist die sogenannte Bewertungszahl. Sie greift wenn alle anderen Zuteilungsvoraussetzungen erfüllt sind und bestimmt die Reihenfolge, in der innerhalb des internen Bausparkassensystems die Geldsummen ausgezahlt werden. Bausparkassen zahlen nämlich nur eine bestimmte Gesamtsumme monatlich an all ihre Bausparer aus. Die Bewertungszahl hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa gewählter Tarif, Zahlungsweise und Regelmäßigkeit der Zahlungen. Jede Bausparkasse hat dabei ihr eigene Berechnungsfolge. Im Vertrag ist außerdem eine Mindestbewertungszahl festgelegt, die der Bausparer mindestens erreichen muss, bevor er das Darlehen in Anspruch nehmen kann. Steigerungen dieser Mindestbewertungszahl erhöhen die Chancen schneller eine Zuteilung des Darlehens zu erhalten.

Wenn Zuteilungsvorraussetzungen erfüllt sind und auch die notwendige Bewertungszahl erreicht hat, wird die Bausparsumme, also angespartes Geld plus Bauspardarlehen, ausbezahlt. Man tritt dann automatisch von der Ansparphase in die Tilgungsphase ein.

Tilgung Bauspardarlehen

Getilgt wird das Bauspardarlehen in monatlichen Raten. Die Höhe des Tilgungssatzes und somit die monatliche Ratenhöhe richten sich nach dem gewählten Tarif. Ebenso wie die Zinsen, die auf das Darlehen zu entrichten sind. Eine Sonderform ist hier, dass die monatlichen Raten einer bestimmten Promillezahl der Gesamtbausparsumme entsprechen. Wie hoch der Promillesatz ist, richtet sich nach dem Tarif, bewegt sich aber in der Regel zwischen 3 und 10 Promille. Somit ist die Tilgung im Vergleich zu anderen Darlehen der Banken, bei denen meist nur 1% anfängliche Tilgung vereinbart wird, deutlich höher. Die Laufzeit von Bauspardarlehen liegt daher aber auch nur bei 10-11 Jahren, anstatt 30 Jahren bei Annuitätendarlehen der Banken. Eine weitere Besonderheit bei der Bauspardarlehen Rückzahlung ist, dass weiterhin jederzeit Sonderzahlungen möglich sind, und so die Darlehenslaufzeit erheblich verkürzt werden kann. Anders als bei Ratenkrediten sind hier keine Ausfallentschädigungen zu zahlen.