Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung, die den privaten Wohnungsbau subventioniert. Unterstützt wird das Bausparen, das in erster Linie zur Immobilienfinanzierung dient. Jeder Bürger der das 16. Lebensjahr vollendet hat und unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist hat einen Anspruch auf Wohnungsbauprämie sofern er bestimmte Kriterien erfüllt.

Voraussetzungen für Wohnungsbauprämie

Bild zeigt Haus auf Geldscheinen

Wer eine Wohnungsbauprämie erhalten will muss zunächst einen Bausparvertrag abschließen. Laufzeit und Höhe sind dabei irrelevant. Wichtig ist allerdings, dass innerhalb eines Jahres mindestens 50 Euro in den Bausparvertrag eingezahlt werden. Natürlich sind aber auch höhere Einzahlungen möglich, müssen aber bis zum Ende des Jahres geleistet werden. Zu diesen relevanten Einzahlungen zählen auch die anfallenden Zinsen, die jeweils am 31.12. gutgeschrieben werden.
Desweiteren darf das Einkommen des Bausparers ein bestimmtes Maximum nicht übersteigen, da vor allem einkommensschwache Bürger mit der Prämie unterstützt werden sollen. Die Wohnungsbauprämie Einkommensgrenze gilt nur für das zu versteuernde Einkommen, das Bruttoeinkommen darf also durchaus höher liegen. Singles dürfen einen Wert von 25.600 Euro nicht übersteigen, gemeinsam veranlagte Ehepartner entsprechend 51.600 Euro. Sollte diese Grenze überschritten werden haben die Personen keinen Anspruch auf Wohnungsbauprämie.

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Höhe der Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbau Förderung wird lediglich für einen bestimmten Betrag gewährt. Es gilt ein Höchstwert von 512 Euro pro Person (Ehepaare 1024 Euro) und Kalendejahr. Die Höhe der Wohnungsbauprämie beträgt aktuell 8,8 % dieses Wertes, also 45,06 Euro für Alleinstehende und 90,11 Euro für Ehepartner. Natürlich kann jährlich auch eine größere Summe in den Bausparvertrag eingezahlt werden, dieser wird dann aber nicht mehr zusätzlich durch den Staat mit der Wohnungsbauprämie gefördert.

Wie wird die Wohnungsbauprämie beantragt?

Das Verfahren für den Erhalt der Wohnungsbauprämie ist denkbar einfach, da alles direkt mit der Bausparkasse, mit der man einen Vertrag abgeschlossen hat, geregelt wird. Jedes Jahr erhält der Kunde automatisch einen Antrag auf Wohnungsbauprämie mit dem Kontoauszug des Bausparvertrages. Dieser muss nur noch ausgefüllt werden und dann unterschrieben an die Bausparkasse zurückgeschickt werden. Mit seiner Unterschrift versichert der Bausparer, dass er die Einkommensgrenze nicht überschreitet. Die Wohnungsbauprämie wird anschließend von der Bausparkasse berechnet und nach Ablauf einer Sperrfrist von sieben Jahren auf dem Bausparvertrag gutgeschrieben. Sofern der Anleger mehrere Bausparverträge besitzt, kann er die Wohnungsbauprämie auch aufteilen. Auf dem Antrag auf Wohnungsbauprämie ist in diesem Fall aber zu vermerken, ob und in welcher Höhe bei einer anderen Bausparkasse bereits Prämien beantragt wurden.

Sperrfrist beachten

Bevor über das Guthaben des Bausparvertrags verfügt werden kann, muss bei Bausparverträgen die vor 2009 abgeschlossen wurden, eine Sperrfrist von sieben Jahren eingehalten werden. Wird diese Frist nicht eingehalten, gibt es auch keine Wohnungsbauprämie und bereits erstattete Prämien müssen zurückgezahlt werden. Es gibt aber auch Ausnahmen. Die Prämie bleibt erhalten, wenn die Kündigung unter folgenden Aspekten erfolgt:

  • die ausgezahlten Beträge unverzüglich für einen Wohnungsbau verwendet werden
  • der Bausparer (oder sein Ehepartner) verstorben ist
  • der Bausparer (oder sein Ehepartner) arbeitsunfähig geworden ist
  • der Bausparer (oder sein Ehepartner) nach Vertragsschluss arbeitslos geworden ist und die Arbeitslosigkeit bereits länger als ein Jahr anhält


Gut zu wissen

Wohnwirtschaftliche Verwendung

Grundsätzlich sind Bausparverträge seit 2009 an eine sogenannte wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden, das heißt, wer seine Prämien nicht verlieren bzw. zurückzahlen will, darf das Geld nicht für andere Zwecke verwenden. Unter „wohnwirtschafltiche Verwendung“ fallen zum Beispiel Hausbau, Wohnungskauf, Renovierung oder Modernisierung.

Prämie rückwirkend beantragen

Der Zeitraum in dem man Wohnungsbauprämie beantragen kann, beträgt zwei Jahre rückwirkend. Das bedeutet, dass man sich auch für bis zu zwei bereits zurückliegende Sparjahre im Nachhinein noch die Prämie sichern kann. Also bis zum 31.12.2014 noch die Prämien für die Jahre 2012 und 2013. Den Antrag hierzu erhält man bei seiner Bausparkasse.

Das zahlt der Staat

Die Kosten für die Wohnungsbauprämie trägt in vollem Umfang der Bund. Jährlich werden an die Bausparer mehrere Hundertmillionen Euro an die Bausparer ausgeschüttet um den privaten Wohnungsbau zu fördern.

Jahr Ausgaben für Wohnungsbauprämie
2011 525 Mio.
2012 486 Mio.
2013 354 Mio.


Vergleichen lohnt sich

Auch wenn die Höhe und die Berechtigung für die Wohnungsbauprämie staatliche reguliert wird und für alle in Deutschland abgeschlossenen Bausparverträge gilt, ist es dennoch nicht egal, wo man abschließt. Was Laufzeiten, Verzinsung und andere Konditionen angeht gibt es erhebliche Unterschiede bei den verschiedenen Anbietern. Neben klassischen Bausparkassen wie Schwäbisch Hall gibt es auch zahlreiche andere Kreditinstitute und Banken die ebenfalls Bausparverträge anbieten. Wie bei allen Finanzprodukten lohnt sich auch beim Bausparen Vergleiche anzustellen.

Bausparanbieter im Vergleich