Arbeitnehmersparzulage für den Bausparvertrag

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine staatliche Förderung, um das Sparen durch Vermögenswirksamen Leistungen (kurz: VL) zu unterstützen. Ziel ist es, Arbeitnehmern den Aufbau von Vermögen attraktiver zu machen. Durch die Arbeitnehmersparzulage wird die Teilnahme an vermögenswirksamen Leistungen zusätzlich gefördert. Die Arbeitnehmersparzulage wird zwar prinzipiell an alle Arbeitnehmer bezahlt, sie wird jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt.

Arbeitnehmersparzulage auf einen Blick

Mit der Arbeitnehmersparzulage werden die vermögenswirksamen Leistungen, die vom Arbeitgeber gezahlt werden, zusätzlich vom Staat gefördert. Alle wichtigen Kennzahlen und Beträge in der Übersicht:

jährlich Alleinstehende Ehepaar
(1 Arbeitnehmer)
Ehepaar
(2 Arbeitnehmer)
max. geförderte Sparleistung 470 € 470 € 940 €
Davon als Förderung 9 % 9 % 9 %
max. möglicher Förderbetrag: 43 € 43 € 86 €
max. zu versteuerndes Einkommen: 17.900 € 35.800 € 35.800 €

Wie hoch ist die Arbeitnehmersparzulage?

Auch wenn man einen größeren Betrag in seine Anlageform für vermögenswirksame Leistungen, seien es Aktienfonds oder Bausparverträge, einzahlt – gefördert wird stets nur ein begrenzter Betrag. Dabei wird wiederum zwischen Bausparverträgen und Aktienfonds unterschieden.

  • Bausparvertrag: Alleinstehende können maximal einen Betrag von 470 Euro fördern lassen, Ehepartner 940 Euro. Von diesem Betrag werden 9 % als Förderung gezahlt, das entspricht für Alleinstehende 43 Euro und für Ehepaare 86 Euro.
  • Aktienfonds: Hier werden lediglich 400 Euro für Alleinstehende und 800 Euro für Ehepartner gefördert, allerdings mit 20 %, was einer maximalen Förderung von 80 Euro bzw. 160 Euro entspricht.

Es können übrigens beide Formen der Anlage genutzt werden und man kann auch für beide parallel Arbeitnehmersparzulagen erhalten. Das bedeutet, dass somit jährlich maximal insgesamt 123 Euro für Alleinstehende und 246 Euro für Ehepartner an Förderung gewonnen werden können.

So spart man mit der Arbeitnehmersparzulage

Sparen mit der Arbeitnehmersparzulage Infografik

Die Arbeitnehmersparzulage als Förderung für das Bausparen funktioniert im Grunde so, dass Bausparer, Arbeitgeber und Staat gemeinsam in den Bausparvertrag einzahlen. Denn nur wer vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers erhält, kann auch von der Arbeitnehmersparzulage profitieren.

Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage im Detail

Um überhaupt Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage zu erhalten, muss man als Arbeitnehmer das Angebot des Arbeitgebers für vermögenswirksame Leistungen nutzen. Denn nur wer spart kann auch gefördert werden.

Für welche Anlageformen erhält man die Zulage?

Die Arbeitnehmersparzulage erhält man nur wenn man die vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers entweder in Aktienfonds oder einen Bausparvertrag anlegt. Beide Anlageformen werden vom Staat unterstützt.

Einkommensgrenze Arbeitnehmersparzulage

Die staatliche Zulage erhält man nur bis zu einem bestimmten Einkommen. Alleinstehende erhalten die Arbeitnehmersparzulage für einen Bausparvertrag bis zu einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 17.900 Euro, Ehepaare bis zu 35.800 Euro. Bei Aktienfonds ist die Einkommensgrenze für Arbeitnehmersparzulagen höher angesetzt, nämlich bei 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.0000 Euro für Ehepartner.

Mit dem zu versteuerndem Einkommen ist hierbei das Bruttoeinkommen des Jahres abzüglich eventuell ansetzbarer Werbungskosten und Sonderausgaben gemeint. Auch Kinderfreibeträge werden von dem versteuernden Einkommen abgezogen. Anleger, die trotz geltender Abzüge diese Einkommensgrenzen überschreiten, erhalten keine Arbeitnehmersparzulage, können den Bausparvertrag aber trotzdem als Anlageform für ihre vermögenswirksamen Leistungen wählen.

Beantragung Arbeitnehmersparzulage

Geldscheine und PuzzleteileBeantragt wird die Arbeitnehmersparzulage für das Bausparen über die jährliche Einkommenssteuererklärung. Dabei gibt es separate Felder in den Steuererklärungsformularen, in denen alle Vermögenswirksamen Leistungen geltend gemacht werden können. Zusätzlich müssen Belege für das Sparen beigelegt werden. Diese erhält man je nach Anlageform entweder von der Bausparkasse oder des Anlageinstituts. Sofern die Einkommensgrenzen nicht überschritten wurden, wird die Arbeitnehmersparzulage vorgemerkt.

Der Antrag für Arbeitnehmersparzulagen kann noch bis zu vier Jahre nach dem jeweiligen Sparjahr gestellt werden. Die Arbeitnehmersparzulage 2014 könnte also noch bis 2018 beantragt werden.

Auszahlung Arbeitgebersparzulage

Arbeitnehmersparzulage berechnen

Familienstand:

Zu versteuerndes Jahreseinkommen:

Vermögenswirksame Leistungen pro Monat:

   €

Ihre Arbeitnehmersparzulage:

27,00 €

Wichtig zu wissen ist, dass die Arbeitnehmersparzulage nicht auf das Konto des Sparers gezahlt wird, sondern nach Ablauf der Bindungsfrist auf das entsprechende Anlagekonto. Also in den Bausparer oder Aktienfonds. Die Bindungs- oder auch Sperrfrist dauert sieben Jahre. Innerhalb dieser Bindungsfrist kann beim Aktienfonds das Geld noch nicht verwendet werden, außer man kündigt den Vertrag. Die geleisteten vermögenswirksamen Leistungen bleiben erhalten, man verliert aber die Arbeitnehmersparzulage. Nach Ablauf der Bindungsfrist kann über das Geld frei verfügt werden.

Auflagen beachten

Bei einem Bausparvertrag sieht der Staat vor, dass der Betrag für sogenannte wohnwirtschaftliche Aktivitäten genutzt wird, also Hausbau, Renovierungen etc. Innerhalb der Bindungsfrist kann die Förderung nur für bauliche Projekte genutzt werden. Sobald die Bindungsfrist abgelaufen ist, kann das Geld frei eingesetzt werden. Im Falle einer Kündigung des Bausparvertrages vor Ablauf der Bindungsfrist geht die Arbeitnehmersparzulage ebenfalls verloren.