BSQ Bauspar AG

Logo der BSQ Bauspar AG

Die BSQ Bauspar AG ist eine private Bausparkasse, die heute dem Verband der Privaten Bausparkassen e.V. unterliegt. 1990 wurde die Bausparkasse als Direkt-Vertriebstochter des Quelle-Konzerns unter dem Namen Quelle Bauspar AG gegründet. In diesem Zusammenhang heißt „direkt“, dass die Bausparkasse auf Handelsvertreter und Außendienst verzichtet, es darüber hinaus auch keine Niederlassungen gibt. Das macht die BSQ Bauspar zur nach eigenen Angaben ersten und einzigen Direkt-Bausparkasse auf dem deutschen Markt. Der Sitz der Bausparkasse ist in Nürnberg.

Von der Quelle-Bausparkasse zur BSQ Bauspar

Im Zuge der 2009 erlittenen Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor AG war auch die Quelle Bauspar AG in Refinanzierungsschwierigkeiten geraten. Noch im selben Jahr wurde die Übernahme durch den Verband der Privaten Bausparkassen e.V. notwendig, mit Wirkung zum 6. Oktober 2009 wurde der Eigentümerwechsel vollzogen. Als neue Gesellschafter fungieren seither die im Verband zusammengefassten anderen elf privaten Bausparkassen. Bis dato war das Unternehmen zu großen Teilen in Privatbesitz der Nachkommen von Gustav Schickedanz, der 1927 in Fürth den späteren Versandhausriesen Quelle gründete. 2010 mussten die Markenrechte von „Quelle“ an den einstigen Konkurrenten Otto Group verkauft werden, wodurch eine Namensänderung auch für die Quelle-Bausparkasse unausweichlich wurde.

Am 17.06.2010 wurde die Quelle Bauspar AG offiziell in BSQ Bauspar AG umbenannt. Der neue Name spiegle laut Unternehmensangaben die Grundhaltung gegenüber seinen Kunden wieder, stehen die Buchstaben doch für Beratung, Service und Qualität. Nach eigenen Angaben agierte die ehemalige Quelle-Bausparkasse rechtlich und wirtschaftlich unabhängig vom damaligen Mutterkonzern Arcandor, weswegen dessen Insolvenz nur indirekte Konsequenzen für die Bausparkasse hatte. Die Pleite des Mutterkonzerns habe jedoch Branchenexperten zufolge zu einem immensen Vertrauensverlust geführt, weswegen sich die Kasse nicht mehr ausreichend am Kapitalmarkt refinanzieren konnte.

Der Nachfolger BSQ – Bestandskundenbetreuung statt Neugeschäft

Bereits im November 2009 wurde im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens das Neugeschäft per Beschluss eingestellt. Die Bausparkasse wurde auf eine reine Bestandskundenbetreuung umgestellt, Neukunde der BSQ Bauspar zu werden, ist seither nicht mehr möglich. Die neuen Gesellschafter erklärten jedoch, dass die Bausparguthaben durch die Übernahme in voller Höhe sicher seien, ein Rechtsanspruch auf Bauspardarlehen bleibe bestehen. Bereits vor der Übernahme zählte das Unternehmen hinsichtlich seiner Vertragszahlen zu den kleineren Bausparkassen. 2008 betrug der am Neugeschäft gemessene Marktanteil lediglich 0,2 Prozent.

Zuletzt wieder vermehrt im Fokus

In jüngster Vergangenheit wurde der BSQ Bauspar medial wieder größere Aufmerksamkeit zuteil, nicht immer war die Presse dabei positiv. So kündigte das Unternehmen in einigen Fällen Kunden, die über einen mehrjährigen Zeitraum Sparverträge bei der Bausparkasse innehatten – und diese auch vorrangig zum Sparen nutzten. Noch bis vor zehn Jahren lockte die BSQ Bauspar, wie die meisten ihrer Konkurrenten auch, durch höchst attraktive Zinsen. Waren der Großteil der Bausparkassen weitestgehend unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen, sorgt spätestens die anhaltende Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre jedoch dafür, dass die üppigen Altzinsen der Bausparverträge für die Kassen zunehmend zum Verlustgeschäft werden.

Kündigungen aus „bauspartechnischen Gründen“

Die BSQ Bauspar AG schreibt den Kunden zwar nicht vor, dass sie ihre Bausparverträge unbedingt zum Bauen verwenden müssen, sie behält sich jedoch das Recht vor, die Bindungsfrist der Verträge auf sieben Jahre zu beschränken. Ebenfalls auf sieben Jahre kann die BSQ Bauspar den Bonuszins begrenzen, wenn „bauspartechnische Gründe“ vorliegen. Eine exakte Definition, was diese bauspartechnischen Gründe darstellen können, liefert die Kasse aus Kundensicht nicht, was Verbraucherschützer auf den Plan rief. Im Mai 2016 reichte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg daher eine Unterlassungsklage gegen BSQ ein – und bekam im März 2017 Recht zugesprochen. Der einstigen Bausparkasse der Quelle ist es nun nicht mehr gestattet, sich auf diese Klausel zu berufen, um Kunden ihre gut verzinsten Altverträge zu kündigen. In anderen Fällen bekam die BSQ Bauspar AG jedoch zumindest in Teilen Recht: Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind – und deren Darlehen nicht in Anspruch genommen wurden – dürfen laut Urteil des Bundesgerichtshofes gekündigt werden.

Alternativen zur BSQ Bauspar

Wer einen gut verzinsten Alt-Vertrag besitzt, der noch nicht zuteilungsreif ist, sollte sich glücklich schätzen. Nach wie vor zählt der Bausparvertrag zu den beliebtesten Finanzprodukten in Deutschland – nicht unverständlich: Denn auch wenn bei den meisten Anbietern in der Regel nicht mehr so attraktive Guthabenzinsen wie in der Vergangenheit locken, so sind die Zinsen bei einem Bausparvertrag nicht selten dennoch höher als Anlagezinsen anderer Sparprodukte. Die BSQ Bauspar stellt zwar aufgrund ihrer Umwandlung zur Bestandsbausparkasse keine Alternative mehr für Neukunden dar, ein Bausparvertrag Vergleich anderer Bausparkassen kann jedoch eine lohnenswerte Überlegung sein.