Leonberger Bausparkasse

Logo der Leonberger Bausparkasse

Die Leonberger Bausparkasse ist eine der ältesten privaten Bausparkassen Deutschlands. Im Jahr 2001 fusionierte sie mit der Bausparkasse Wüstenrot AG. Mit dem sogenannten „Leonberger Weg“ setzte sie neue Maßstäbe in der Bausparbranche. Im letzten Jahr ihres Bestehens war die Leonberger Bausparkasse mit rund 110.000 Bausparverträgen über Bausparsummen von 3,3 Milliarden DM die viertgrößte private Bausparkasse in Deutschland.

Durch ihre Hochhausbauten, vor allem aber durch das Kunstobjekt „Symbol der Freundschaft“ der Bildhauerin und Malerin Gerlinde Beck, prägte die Leonberger Bausparkasse das Stadtbild ihres Hauptniederlassungsorts Leonberg nachhaltig.

Entstehung und Geschichte der Bausparkasse Leonberg

Die Leonberger Bausparkasse AG ging aus dem Christlichen Notbund zur gegenseitigen Hilfe hervor. Dieser Bund wurde 1924 von dem Missionar Christian Röckle in Leonberg, einer Stadt in Baden-Württemberg nahe Stuttgart, gegründet. Ziel der Creditgenossenschaft des Christlichen Notbundes zur gegenseitigen Hilfe eGmbH (CCN), wie die Leonberger Bausparkasse damals hieß, war es, die Wohnungsnot in Deutschland zu lindern. Damit schloss Christian Röckle an das Bausparprinzip an, das allen Bausparkassen zugrunde liegt und aus dem Birmingham des 18. Jahrhunderts stammt: Durch kollektives Sparen soll vielen Menschen schneller das eigene Zuhause ermöglicht werden. 1934 wurde aus der „Creditgenossenschaft“ die Leonberger Bausparkasse.

Bausparkassen als Aktiengesellschaft

In Deutschland wird zwischen privater Bausparkasse und Landesbausparkasse unterschieden. Während die Landesbau-
sparkassen unter der Trägerschaft eines oder mehrerer Bundesländer bzw. der jeweiligen Sparkassenorganisation stehen, sind die privaten Bausparkassen als Aktiengesell-
schaften aufgebaut und gehören meist zu Banken oder Versicherungsgesellschaften.

Durch die Bausparreform im Jahr 1938 kam es zu einer Konzentration der Bausparbranche. Viele kleine Bausparkassen konnten ihre Kunden nicht nach den gesetzlich neu festgelegten Vertragsrichtlinien bedienen und fusionierten mit größeren Bausparkassen. In der Folge reduzierte sich die Anzahl der privaten Bausparkassen noch im selben Jahr drastisch von 274 auf nur noch 29 Kassen. Davon profitierte die Leonberger: Nach dem Zusammenschluss mit insgesamt fünf kleineren Kassen nutzte sie die Entwicklung zur Umwandlung ihrer Unternehmensform in eine Aktiengesellschaft, die Leonberger Bausparkasse AG und verdreifachte dadurch ihr Geschäftsvolumen.

Auch während des zweiten Weltkriegs wuchs die Leonberger kontinuierlich. Das ist deswegen bemerkenswert, weil der private Wohnungsbau in den Kriegsjahren beinahe zum Erliegen kam. Ihre wirtschaftlich gute Stellung auch in den unmittelbaren Jahren nach dem Krieg machte es ihr möglich, Wohnsparverträge anzubieten, um die Wohnungsnot in den zerstörten Städten schnellstmöglich zu lindern. 1986 ging die Leonberger als erste Bausparkasse an die Börse. Das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte stand ihr zu diesem Zeitpunkt noch bevor: Mit allein 55.571 neu abgeschlossenen Bausparverträgen in den neuen Bundesländern konnte die Leonberger 1991 die durch den Mauerfall vorhandenen potentiellen Neukunden mehrheitlich für sich gewinnen.

Der „Leonberger Weg“

Einen Namen machte sich die Leonberger Bausparkasse hauptsächlich durch den „Leonberger Weg“ bzw. das „System LW“, einen neuen Bauspartarif, der 1990 eingeführt wurde. Durch ihn gewannen Bausparverträge deutlich an Variabilität. Statt der bisher möglichen sieben Varianten in den Tarifen T1 bis T5 gab es jetzt mehr als 200 Kombinationsmöglichkeiten. Aufgrund der Komplexität des Tarifwerks wurden Außendienstmitarbeiter mit Taschenrechnern mit spezieller Software, so genannten Tarifrechnern, ausgestattet. Vor der Reform reichte eine einfache Tabelle zur Darstellung der Tarife völlig aus. Neben den vielen Kombinationsmöglichkeiten gab es nun einen weiteren entscheidenden Vorteil für die Verbraucher: Noch bis zu zwei Monaten vor Zuteilung konnten wesentliche Parameter des Vertrags geändert werden. Damit bot der neue Tarif den Bausparern größtmögliche Flexibilität. Mit dem Nachfolgeprodukt, das unter dem Namen „Leos Run“ auf den Markt kam, war es erstmals möglich, längere Sparzeiten gegen niedrigere Darlehenszinssätze bzw. kürzere Sparzeiten gegen höhere Darlehenszinssätze zu tauschen. Der „Leonberger Weg“ prägt das moderne Bausparwesen bis heute.

Leonberger Bausparkasse: Fusion mit der Bausparkasse Wüstenrot AG

Im September 2001 wurde die Leonberger übernommen von der Bausparkasse Wüstenrot. Leonberg als Hauptsitz der ehemaligen Leonberger Bausparkasse AG wurde entsprechend durch Ludwigsburg, dem Hauptsitz der Wüstenrot AG, abgelöst. Der Weg zur Fusion der beiden Kassen wurde bereits 1998 geebnet. In diesem Jahr übernahm die Württembergische Versicherungsgruppe die Anteile der Commerzbank und verfügte damit über mindestens 80 Prozent der Stimmrechte. Ein Jahr später wurde die Leonberger Bausparkasse ein Teil des neuen Finanzkonzerns Wüstenrot & Württembergische AG (W & W). Dieser Konzern entstand aus der Verschmelzung der ehemaligen Württembergischen Versicherungsgruppe mit der Bausparkasse Wüstenrot.
Die Leonberger Bausparkasse AG ist heute geschlossen.

Bausparverträge heute

Die Bausparkasse Wüstenrot AG gehört heute zu den vier größten privaten Bausparkassen Deutschlands. Selbstverständlich muss man sich nicht zwingend für einen Bausparvertrag der Wüstenrot AG entscheiden. Private Kassen bieten heute ebenso wie Landesbausparkassen eine Vielzahl von Tarifen an, die unterschiedlichen Zielen gerecht werden. Ein Bausparvertrag muss heute nicht mehr unbedingt abgeschlossen werden, weil man in ein paar Jahren ein Haus bauen will. Man kann sich durch ihn Wohnbausparen seine Altersvorsorge sichern oder ihn schlicht zum Ansparen von Guthaben verwenden. Da die Guthabenzinsen beim Bausparvertrag häufig höher sind als normale Anlagezinsen, ist diese Überlegung durchaus lohnenswert. Den passenden Tarif zu finden, ist bei der Fülle der Angebote nicht ganz leicht. Ein Bausparvertrag Vergleich kann bei der Auswahl helfen.