Bausparprinzip – Funktionen und Phasen des Bausparens

Ein Bausparvertrag ist ein flexibles, aber auch kompliziertes Finanzprodukt. Das Bausparprinzip gründet sich darin, dass sich viele Menschen zu einer Gemeinschaft zusammentun und gemeinsam sparen und sich davon den Traum vom eigenen Heim erfüllen können. Es ist daher zum einen gut, zu verstehen, auf welchen Phasen das Bausparprinzip aufbaut, zum anderen gilt es, zu verstehen, wie der Bausparvertrag selbst funktioniert.

So funktioniert das Bausparen

Beim Bausparen tun sich viele Menschen zusammen und zahlen gemeinsam in einen Topf ein. Das Guthaben wird gesammelt und in Form von Darlehen an einzelne Sparer ausgezahlt. Dieser kann dann von diesem Darlehen sein Haus oder seine Wohnung finanzieren. Das Darlehen zahlt er in Raten mit Zinsen wieder zurück in das Guthaben der Gruppe. So entsteht ein Kreislauf, bei dem die Bausparkasse als Verwahrer des Guthabens und als Organisator auftritt.

Das Bausparprinzip

Grafik zum Bausparprinzip

Inzwischen sind Bausparverträge nicht nur komplex sondern auch sehr flexibel. Es gibt Förderungen und alternative Verwendungsmöglichkeiten. Am Grundprinzip, wie es in der Grafik dargestellt wurde, hat sich hingegen nichts geändert. Die Details des Bausparens werden deutlicher, wenn man sich die Bausparphasen genauer ansieht.

Bausparphasen

Bauspardarlehen sind zweckgebunden und dürfen nur für Baumaßnahmen oder eben für den Kauf oder den Bau eines Hauses oder aber einer Eigentumswohnung verwendet werden. Einen Bausparvertrag an sich kann man aber auch ohne Darlehenswunsch haben. Generell ist Bausparen in drei Phasen gegliedert. Dies sind die Ansparphase, die Zuteilungsphase und die Darlehensphase.

Ansparphase

Zwei Hände halten Geldmünzen und ein kleines ModellhausMenschen, die sich in der Ansparphase befinden, sparen ihren Bausparvertrag in monatlichen Raten oder auch mit unregelmäßigen Beträgen an, um später das zinsgünstige Darlehen nutzen zu können. Hierzu ist es notwendig, dass mindestens 40-50% der vereinbarten Bausparsumme angespart werden. Dies ist je nach Bausparkasse und gewähltem Tarif verschieden. Für die Sparleistungen bezahlt die Bausparkasse natürlich Guthabenzinsen, die jährlich zum 31.12. dem Vertrag gutgeschrieben werden und so die Sparsumme erhöhen. Auch die Höhe dieser Guthabenzinsen kann sich stark unterscheiden.

Zuteilungsphase

Die Zuteilungsphase ist erreicht, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Das bedeutet, dass das Mindestsparguthaben angespart wurde. Ab diesem Zeitpunkt hat der Bausparer das Anrecht auf das Bauspardarlehen. Ob und wann der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, berechnen Bausparkassen anhand einer bestimmten Bewertungszahl, die jedoch von Kasse zu Kasse unterschiedlich aufgebaut wird. Insofern ist nicht bekannt, woraus sich die jeweilige Bewertungszahl zusammensetzt.

Darlehensphase

Durch das Ansparen erwirbt der Bausparer einen Anspruch auf das Darlehensphase, welches nach Zuteilung des Vertrages ausgezahlt wird. Das Kapital, das durch diejenigen, die sich in der Ansparphase befinden,in die Bausparverträge fließt, kann die Bausparkasse an die Menschen, die sich bereits in der Darlehensphase befinden, auszahlen. So finanzieren also die Sparer die Darlehensnehmer. Diese Personen wiederum tilgen das Darlehen in monatlichen Raten, wodurch wieder Geld zur Verfügung steht, das als Bauspardarlehen vergeben werden kann. Aus diesem Grund spricht man auch vom kollektiven Bausparen. Jeder ist also erst Sparer, und dann Darlehensnehmer.

Vorteile des Bausparprinzips

Einer der größten Vorteile beim Bausparen sind die geringen Darlehenszinsen, die durch die Bauspargemeinschaft möglich sind. Diese werden bereits garantiert, wenn man den Bausparvertrag abschließt. Auch werden die Darlehen durch relativ hohe Tilgungssätze schnell getilgt. Weiterhin ist es den Bausparern jederzeit möglich, Sondertilgungen zu leisten, um schneller schuldenfrei zu werden.

Ursprung des Bausparens

Die Idee des Bausparens existiert bereits seit dem 18. Jahrhundert. Sie konnte sich endgültig aber erst in den 1920er Jahren, also nach dem Ende des ersten Weltkriegs wirklich etablieren, um dann ab Mitte des 20. Jahrhunderts zum festen Bestandteil des Vermögensaufbaus zu werden. Hinter dem Bausparen steckt der Gedanke, gemeinsam zu sparen, so dass am Ende alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.