Abschlussgebühr: Bausparvertrag kostengünstig abschließen

Die eigenen Finanzen nimmt man kaum auf die leichte Schulter. Dazu gehört auch, dass man sich bei jedem neuen Produkt – ganz gleich, ob Konto, Kreditkarte, Depot oder Bausparvertrag – genau informiert. Es ist nicht nur wichtig, die Konditionen und Leistungen, sondern auch die Kosten zu kennen. Wer einen Bausparvertrag abschließen möchte, steht verschiedenen Kostenpunkten gegenüber. Den größten Einfluss nimmt dabei die Abschlussgebühr.

Was sind Abschlussgebühren? Bausparvertrag kostet bei Vertragsabschluss

In Zusammenhang mit dem Bausparvertrag hört man immer wieder den Begriff „Abschlussgebühr“. Bei Bausparverträgen fällt diese, wie der Name vielleicht vermuten lässt, beim Vertragsabschluss an. Wer sich für eine Bausparkasse und einen Tarif entschieden hat und diesen schließlich abschließt, muss in der Regel ein Bearbeitungsentgelt dafür entrichten. Man wird kaum einen Bausparvertrag ohne Abschlussgebühr finden. Ganz gleich welche Bausparkasse und welcher Bausparvertrag, Abschlussgebühr wird in fast jedem Fall erhoben, lediglich in der Höhe gibt es Unterschiede.

Wie hoch ist die Abschlussgebühr bei Bausparverträgen?

Bei einem neuen Bausparvertrag ist eines fast unumgänglich – beim Abschluss müssen Bausparer Abschlussgebühr zahlen. Sie wird prozentual zur Bausparsumme berechnet. Sie hängt also direkt mit der Höhe der Bausparsumme zusammen: je größer die Bausparsumme, desto höher die Abschlussgebühr. Bausparer können die genaue Höhe in ihren Unterlagen ersehen, dort ist festgehalten, wie viel Prozent an Abschlussgebühr bei dem jeweiligen Tarif fällig werden. Bei den meisten Bausparkassen liegt die Abschlussgebühr zwischen 1 % und 1,6 %.

Günstig Bausparen: Abschlussgebühr verschiedener Anbieter

  • Abschlussgebühr Wüstenrot: 1 % der Bausparsumme
  • Abschlussgebühr Schwäbisch Hall: 1 % der Bausparsumme
  • Abschlussgebühr LBS: 1 % der Bausparsumme
  • Abschlussgebühr BHW: abhängig von Tarif zwischen 1 % und 1,6 %

Stand: 2. Quartal 2017

Rechenbeispiel: Wie hoch ist die Abschlussgebühr?

Ausgangssituation: Abschluss eines Bausparvertrages mit einer Bausparsumme von 40.000 Euro.

  • Beispiel 1: Bei einer Abschlussgebühr von 1 % fallen 400 Euro an.
  • Beispiel 2: Bei einer Abschlussgebühr von 1,6 % fallen 640 Euro an.

Das fiktive Beispiel zeigt zwei Möglichkeiten. Je nachdem fallen für den Bausparvertrag Abschlussgebühren in unterschiedlicher Höhe an. Ein Vergleich verschiedener Tarife lohnt sich allein deshalb umso mehr.

Zahlungsweise der Abschlussgebühr: Bausparvertrag besparen oder Einmalzahlung?

Die Zahlungsweise der Abschlussgebühr ist denkbar einfach: Entweder wird sie als Einmalzahlung in voller Höhe gezahlt oder aber mit den monatlichen Sparraten verrechnet. Letzteres bedeutet, dass das Bausparkonto zu Beginn der Vertragslaufzeit mit dem Betrag der Abschlussgebühr belastet wird – das Konto ist sozusagen im Minus. Dieses Minus wird in den ersten Monaten mit den Zahlungen der Sparleistungen ausgeglichen. Wie lange dies genau dauert, ist abhängig von der Höhe der Abschlussgebühr sowie den einzelnen Raten.

Achtung: Abschlussgebühr und effektiver Jahreszins

Kreditnehmer und -interessenten wissen, dass der effektive Jahreszins die Gesamtkosten eines Kredits berücksichtigt. So weit, so richtig: Bei Bausparverträgen gilt dies allerdings aufgrund ihres speziellen Aufbaus für den Effektivzins, der für das Bauspardarlehen angegeben wird, nur bedingt. Denn ist Abschlussgebühr ist nur anteilig eingerechnet. Wer böse Kostenüberraschungen verhindern möchte, sollte sich deshalb nicht allein auf den effektiven Jahreszins verlassen.

Bausparvertrag: Abschlussgebühr zurück erhalten?

Wer beim Abschluss seines Bausparvertrages Abschlussgebühr gezahlt hat, kann diese nicht zurückfordern. Da das Entgelt als Bearbeitungsgebühr für den Vertragsabschluss berechnet wird und nach erfolgreicher Unterschrift als erbracht gilt, ist eine Rückerstattung auch bei einer Kündigung des Bausparvertrages nicht möglich.

Bausparsumme ändern: Auswirkungen auf die Abschlussgebühr

Manchmal stellt sich heraus, dass die Bausparsumme entweder zu hoch oder zu niedrig angesetzt wurde. In diesem Fall kann sie in der Regel problemlos geändert werden. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies auch Auswirkungen auf die Abschlussgebühr haben kann. Wird die Bausparsumme erhöht, kann es zu nachträglichen Kosten kommen. Einige Bausparkassen erheben für die Erhöhung erneut eine anteilige Abschlussgebühr. Bausparvertrag-Besitzer, die die Bausparsumme reduzieren möchten, erhalten die bereits gezahlte Abschlussgebühr jedoch nicht zurück.

Gebühren beim Bausparvertrag: Abschlussgebühr und Co.

Während die Abschlussgebühren den wohl bekanntesten Kostenfaktor beim Bausparen darstellen, sind sie dennoch nicht der einzige. So wenig erfreulich das Thema auch sein mag, letztendlich ist es (am besten schon vor dem Abschluss des Bausparvertrages) wichtig, alle Bauspargebühren zu kennen, um vorbereitet zu sein:

  • Kontoführungsgebühr: Bausparvertrag-Besitzer eröffnen mit dem Abschluss des Vertrages ein Bausparkonto. Ob für die Verwaltung dessen Gebühren anfallen, hängt ebenso wie deren Höhe von der jeweiligen Bausparkasse und dem gewählten Tarif ab.
  • Agio: Bausparen kostet immer wieder auch in der Darlehensphase zusätzlich. Das Aufgeld ist ein Zinsbestandteil, der der Darlehenssumme aufgeschlagen wird, was die Darlehensschuld erhöht.
  • Servicepauschale: Bausparer erhalten vor allem in jüngster Zeit Post von der Bausparkasse, die ein zusätzliches Entgelt erhebt, das teilweise auch rückwirkend bereits laufende Altverträge betrifft. Verbraucherschützer empfehlen Betroffenen, der Gebühr zu widersprechen.
  • Darlehensgebühr: Bausparverträge warten mit einigen Gebühren auf – die Darlehensgebühr zählt (mehr) nicht dazu. Sie wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) für unzulässig erklärt. Bausparer, die das Entgelt bereits gezahlt haben, können dieses zurückfordern.