Servicepauschale: Bausparvertrag mit unnötigen Kosten vermeiden

Im November 2016 erklärte der Bundesgerichtshof die Darlehensgebühr beim Bausparvertrag für unzulässig. Als Konsequenz führen nun einige Bausparkassen eine sogenannte Servicepauschale von bis zu 24 Euro im Jahr ein, so beispielsweise die Bausparkasse Debeka. Diese soll meist während der Sparphase des Bausparvertrages gezahlt werden. Aber Achtung: Nicht nur Neukunden sollen diese Bausparvertrag-Servicegebühr zahlen – auch Altverträge sind betroffen.

Servicegebühr Bausparvertrag: Wofür wird sie erhoben?

Bei der Servicegebühr, Bausparvertrag-Bestimmungen können diese seit 2017 enthalten, handelt es sich wohl um eine Art Bearbeitungspauschale. In Infoschreiben der Bausparkassen Alte Leipziger und Debeka werden mit beinahe gleicher Formulierung die bauspartechnische Verwaltung, die Kollektivsteuerung als auch die Führung einer Zuteilungsmasse als Begründung für die Erhebung einer Bausparvertrag-Servicepauschale genannt. Inwiefern die Gebühr letztlich dem Kundenservice zugutekommt, wird nicht weiter erläutert.

Kunden mit Altverträgen wird häufig ein Schreiben zugeschickt, das lediglich auf die Änderungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen hinweist. Werden diese Änderungen vom Kunden protestlos hingenommen, wird nach etwa zwei Monaten die Summe der Servicegebühr vom Bausparkonto abgezogen. Wer das nicht hinnehmen möchte, hat aber die Möglichkeit Widerspruch gegen diese Gebühr, die häufig auch als Kontogebühr bezeichnet wird, einzulegen.

Gegen Bausparvertrag-Servicepauschale Widerspruch möglich

Achtung vor Kündigungsklausel!

Nur wenige Bausparkassen enthalten eine Klausel, die dem Institut im Falle eines Wiederspruchs ein Kündigungsrecht einräumt. Doch wie so oft, gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel: So enthalten beispielsweise zwei Tarife der LBS derartige Klauseln. LBS-Kunden und Interessenten sollten ihre Vertragsbestimmungen dahingehend prüfen und sich vorab genauestens einlesen.

Kunden, die mit dem Entgelt nicht einverstanden sind, haben die Möglichkeit zu widersprechen, insofern bereits im Voraus ein Bausparvertrag ohne Servicegebühr unterzeichnet und akzeptiert wurde. Beim Widerspruch sollten sie unbedingt auf die richtige Form achten: Einige Bausparkassen akzeptieren Widersprüche per E-Mail oder Telefon, andere setzen einen schriftlichen Widerspruch voraus. In diesem sollten folgende Punkte in jedem Fall enthalten sein:

  • Hinweis auf das Informationsschreiben der Bausparkasse
  • Bausparvertrag-Nummer
  • Widerspruch gegen die Servicegebühr
  • Gebühr beim im Infoschreiben verwendeten Namen nennen
  • Falls Vertrag bereits mit Servicegebühr belastet wurde, um Korrektur bitten
  • Handschriftlich unterzeichnete Unterschrift

Unbedingt Frist beachten: Kunden der Debeka beispielsweise können innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt des Informationsschreibens widersprechen. Andere Bausparkassen definieren in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen aber möglicherweise andere Fristen – diese gilt es unbedingt zu prüfen und einzuhalten. Wird nicht widersprochen, geht die Bausparkasse davon aus, dass der Kunde mit der Bausparvertrag-Servicepauschale einverstanden ist.

Welche Gebühren sind zulässig?

Das Agio beim Bausparvertrag

Das Agio ist eine zusätzliche Gebühr, die auf das Bauspardarlehen aufgeschlagen wird. Kreditinstitute bezeichnen dieses gern als Aufschlag. Durch das Wegfallen der Darlehensgebühr kann das Agio zukünftig höher ausfallen als bisher.

Werden neue Gebühren erhoben, fragen sich Kunden meist, welche Gebühren Bausparkassen erheben dürfen oder nicht. In der Regel verlangen fast alle Bausparkassen in der Summe einen ähnlich hohen Prozentsatz an Gebühren. Zu welchem Zeitpunkt diese verlangt und auch wie sie benannt werden, variiert aber stark.

Fast alle Bausparkassen erheben die sogenannte Abschlussgebühr. Diese umfasst üblicherweise 1,0 % bis 1,6 % der Bausparsumme – bei einem Kredit von 100.000 Euro können das also 1.000 Euro oder mehr sein. Darüber hinaus sollten Interessenten die Kontoführungsgebühr beim Bausparvertrag beachten. Diese wird nicht zwingend von jeder Bausparkasse erhoben. Ist die Abschlussgebühr beim Bausparen allerdings besonders gering, finden sich häufig andere Gebühren im Vertrag, um die Verwaltungskosten der Bausparkasse zu decken.

Als Neukunde Bausparverträge genau prüfen

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsklauseln führen bei potentiellen Bausparern schnell zur Verwirrung. Davon sollten sich Interessenten aber keinesfalls abschrecken lassen. Schließlich ist ein Bausparvertrag ein solides Finanzprodukt, das seine Kunden sowohl beim Sparen als auch Finanzieren unterstützt. Wer also von der eigenen Immobilie träumt, sollte sich nicht von Vertragsklauseln und Paragraphen davon abhalten lassen. Wichtiger ist, die bestehenden Angebote der Bausparkassen genauestens auf die eigenen Leistungswünsche hin zu prüfen. Leicht und unkompliziert kann das mit einem Online-Bausparvertrag-Vergleich gemacht werden. Hier können Nutzer die Leistungen und Konditionen angeben, die ihnen bei ihrem Bausparvertrag wichtig sind. Nach nur wenigen Klicks zeigt der Vergleich Angebote an, die angegebenen Vorstellungen entsprechen.