Ansparphase: Bausparvertrag mit Guthaben füllen

Ein Bausparvertrag unterscheidet sich in einigen Punkten von einer normalen Baufinanzierung. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Bevor das Darlehen ausgezahlt wird, müssen Sie zunächst Guthaben ansparen. Daher teilt sich ein Bausparvertrag grundsätzlich in eine Ansparphase und eine Darlehensphase. Eine dritte Phase, die Zuteilung, regelt den Übergang vom Sparen hin zur Tilgung des Darlehens.

Bausparvertrag: Einzahlen von Kapital

Die Ansparphase beim Bausparvertrag dient dazu, nicht vorhandenes Eigenkapital für eine Baufinanzierung aufzubauen. Der benötigte Gesamtbetrag wird als Bausparsumme im Vertrag festgehalten. Diese Bausparsumme setzt sich aus angespartem Guthaben und aus dem von der Bausparkasse ausbezahltem Darlehen zusammen. Je nach gewähltem Tarif unterscheiden sich die Teile anteilig, oft ist aber eine 50:50 Aufteilung vereinbart.

Was passiert während der Ansparphase?

Gleich nach Abschluss des Bausparvertrags beginnt die Ansparphase. Jeden Monat wird vom Kunden nun ein vorab vereinbarter Betrag auf den Bausparvertrag eingezahlt. Auf einem Bausparkonto wird das Guthaben angesammelt und sogar verzinst. Über mehrere Jahre wird so Kapital aufgebaut – solange bis zumindest die vereinbarte Mindestsparsumme erreicht ist. Erst dann kann der Bausparvertrag überhaupt in den Zuteilungsprozess aufgenommen werden, in dem auch ermittelt wird, wann Sie das Bauspardarlehen erhalten.

Anlagekonto Bausparvertrag: Wie viel Einzahlen lohnt sich?

Für Bausparverträge gilt grundsätzlich: Je höher Ihre Bewertungszahl ist, desto schneller erreichen Sie die Zuteilungsreife. Einfluss auf Ihre Bewertung hat auch die Höhe Ihrer Einzahlung. Bausparvertrag, Laufzeit und Zinsen sind ebenso wichtige Faktoren.

Welche Monastrate auf Bausparvertrag einzahlen?

Schon bei Vertragsabschluss wird in der Regel die Höhe der monatlichen Einzahlungen festgelegt. Diese sind aber nicht dauerhaft festgeschrieben. Sollten sich Änderungen am Einkommen ergeben, kann die Sparrate angepasst werden. Sowohl nach oben als auch unten. Bei Bedarf kann der Bausparvertrag außerdem ruhen, das heißt, dass gar keine Zahlungen auf das Bausparkonto eingehen. Sollte mehr Einkommen vorhanden sein, kann auch mehr Geld als durch die Raten vorgesehen auf den Bausparer eingezahlt werden. Außerdem können auch jährliche oder quartalsweise Zahlungen festgelegt werden.

Das heißt: Sind Sie sich über die Höhe Ihrer Monatsrate bei Vertragsabschluss unschlüssig, macht das nichts. Schließlich können Sie die Monatsrate während der Ansparphase jederzeit ändern. Das gilt allerdings nur für das Einzahlen auf das Anlagekonto. Sobald Sie Ihr Darlehen erhalten haben, müssen Sie Ihren Kredit tilgen. Während der Darlehensphase kann die Tilgungsrate nicht mehr jederzeit angepasst werden.

Laufzeit der Ansparphase: Bausparvertrag auch zeitlich flexibel

Die drei Phasen des Bausparvertrags

Für die Bausparvertrag Ansparphase gibt es keine maximale Länge, es wird in dem Sinne keine Laufzeit festgelegt. Zwar wird bei jedem Vertragsabschluss eine Bausparvertrag-Laufzeit angeben, diese gibt aber nur an wie lange es mit den anfangs gewählten Sparbeiträgen dauert, bis das Mindestsparguthaben erreicht ist. Verändern Sie die Raten oder leisten viele Sonderzahlungen, hat dies natürlich auch Einfluss auf die Länge der Ansparphase.

Eine Einschränkung gibt es allerdings doch innerhalb der Ansparphase: Auch wenn Sie das gesamte Mindestsparguthaben in einer einzigen Zahlung einbringen, muss das Guthaben dennoch einige Jahre auf dem Konto verbleiben, ohne dass die Zuteilungsphase beginnt. Diese Mindestsparzeit ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich lang.

Zinsen in der Ansparphase

Aus Münzenstapel wächst ein BäumchenDas eingezahlte Guthaben wird auf dem Bausparkonto verzinst. Die Zinserträge werden ebenfalls dem Guthaben zugerechnet und füllen so das Mindestsparguthaben mit auf. Der Zinssatz wird bei Abschluss festgeschrieben und kann sich während der gesamten Sparphase nicht mehr ändern. Das heißt, auch wenn sich der Leitzins oder auch nur allgemein die Marktzinsen ändern, der einmal vereinbarte Bausparzins bleibt bestehen.

Oft werden Tarife mit unterschiedlich hohen Guthabenzinsen angeboten. Dies liegt an den verschiedenen Bausparzielen, die gewählt werden können. Ein Bausparvertrag mit dem Ziel ein günstiges Baudarlehen zu erhalten, hat oft niedrige Guthabenzinsen, dafür aber entsprechend auch niedrige Darlehenszinsen, was dem Bauherren nur zugute kommt, denn er erhält einen günstigeren Kredit. Wer dagegen den Bausparvertrag als Anlagemöglichkeit sieht und kein Darlehen im Anschluss an die Ansparphase möchte, sollte einen Tarif mit hohen Guthabenzinsen wählen, der sich besser für die Geldanlage eignet.

Tipps für schnelle Zuteilung

Neben den monatlichen Einzahlungen gibt es Möglichkeiten, das Guthaben auf dem Bausparvertrag zu erhöhen. Zu den Faktoren, die zur Mindestansparsumme beitragen, zählen:

Ansparphase beliebig lang

Haben Sie das Mindestsparguthaben erreicht, heißt dies noch nicht, dass Sie nun in die Darlehensphase übergehen müssen. Wenn Sie möchten, können Sie auch weiterhin das Guthaben erhöhen und auf den Bausparvertrag einzahlen. Eine zeitliche Frist, bis wann Sie das Darlehen in Anspruch nehmen müssen, gibt es nicht. Dies ist vor allem vorteilhaft, wenn sich der Baubeginn oder der Immobilienkauf noch verzögert. Generell sollten Sie aber nicht vergessen, dass Sie immer noch eine Zuteilung benötigen, selbst wenn Sie bereits länger in den Bausparvertrag einzahlen als vorgesehen. Beziehen Sie diesen Aspekt in Ihrer Planung mit ein.