Sperrfrist: Bausparvertrag-Laufzeit auf Förderung abstimmen

Der Staat hat ein Interesse daran, dass möglichst viele Bürger über Wohneigentum verfügen, da dies den Wohlstand einer Gesellschaft sichert sowie eine gute Altersvorsorge darstellt. Daher fördert der Fiskus grundsätzlich das Konzept des Bausparens. Vor allem einkommensschwächere Bürger können in der Regel stark von den Fördermöglichkeiten, wie der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage, profitieren. Da die Zulagen ausschließlich einem wohnwirtschaftlichen Zweck dienen sollen, gibt es für einige Fördermittel eine gesetzlich festgelegte Sperrfrist. Wird der Bausparvertrag vor Ablauf der zunächst festgesetzten Laufzeit gekündigt, muss die erhaltene Förderung zurückgezahlt werden.

Bausparen: Sperrfrist in Sparphase

Wer sich für den Abschluss eines Bausparvertrages entschieden hat, durchläuft üblicherweise die drei Phasen des Vertragskonzepts: Spar-, Zuteilungs- und Darlehensphase. Am Anfang steht die Sparphase, in welcher der Bausparer Kapital, das sogenannte Bausparguthaben, auf einem Anlagekonto anhäuft. Während der Zuteilungsphase erreicht der Bausparvertrag die sogenannte Zuteilungsreife und das Bauspardarlehen wird an den Bauherrn ausgezahlt. In der letzten Phase begleicht der Bausparer seine Kreditschuld, indem er monatlich Raten an die Bausparkasse zahlt. In der Regel werden ausschließlich während der Sparphase Fördermittel ausgezahlt, die einer Sperrfrist unterliegen. Diese sind beispielsweise die Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen sowie die Arbeitnehmersparzulage.

Wohnungsbauprämie Bausparvertrag: Bindungsfrist und Verwendungszweck

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Bausparförderung, die bei erfolgreichem Antrag einmal pro Kalenderjahr gutgeschrieben wird. Um sicherzugehen, dass sie ausschließlich als Förderung für die eigenen vier Wände genutzt wird, verlangt der Fiskus diese Prämie wieder zurück, sollte das ausgezahlte Geld nicht für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden.

Für Altverträge gilt: Wurde der Vertrag vor dem 01. Januar 2009 abgeschlossen, greift eine siebenjährige Bindungsfrist. Bausparvertrag, Bauspardarlehen und seine durch Förderung erhaltenen Mittel dürfen vor Ablauf dieser Zeit gewöhnlich nicht für andere Ziele verwendet werden als solche die dem Wohnen und Bauen dienen. Nach Ablauf der sieben Jahre Sperrfrist, Bausparen und Sparphase können bei Bedarf dennoch vertragsgemäß weiterlaufen, kann der Bausparer frei über die Verwendung seines Guthabens entscheiden – die Wohnungsbauprämie wird dennoch ausgezahlt.

Für Neuverträge gilt: Wurde der Bausparvertrag nach dem 31. Dezember 2008 abgeschlossen, ist die Gewährung der Wohnungsbauprämie generell an den Zweck des Wohnens und Bauens gebunden. Die Sperrfrist für das Bausparen gilt hier quasi unendlich lange. Erwähnenswert ist noch, dass Bauspardarlehen in der Regel immer an einen wohnwirtschaftlichen Zweck gebunden sind. Meist sind Darlehensnehmer darüber hinaus dazu verpflichtet, der Bausparkasse Belege über die Nutzung des Geldes aus dem Kredit zu liefern.

Bausparvertrag: Sperrfrist für vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmersparzulage

Eine Mutter sitzt mit ihren Kindern in einem schönen Garten.

Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige monatliche Zahlungen des Arbeitgebers an seine Angestellten. Da diese ausschließlich den Vermögensaufbau unterstützen sollen, zahlt sie der Arbeitgeber nur aus, wenn sie direkt auf einem Anlagekonto mit zugehörigem Banksparplan gutgeschrieben werden – beispielsweise dem eines Bausparvertrages. Die Verfügbarkeit der vermögenswirksamen Leistungen erfolgt allerdings erst nach dem Einhalten einer siebenjährigen Sperrfrist. Bausparvertrag und seine vertraglichen Gegebenheiten sollten in dieser Zeit bestenfalls nicht gekündigt werden, da es sonst zu einer Auflösegebühr kommen kann.

Nur wer vermögenswirksame Leistungen erhält, kann im Anschluss die staatliche Arbeitnehmersparzulage beantragen. Wie die Wohnungsbauprämie richtet sich diese hauptsächlich an einkommensschwächere Bürger und hat eine Sperrfrist. Bausparvertrag und Laufzeit sollten üblicherweise nicht vor dem Ablauf von sieben Jahren gekündigt werden. Erst nach dieser Bindungsfrist werden die staatlichen Zulagen an den Bausparer ausgezahlt. Wer frühzeitig aus dem Vertrag austritt, verliert die Arbeitnehmersparzulage in der Regel.

Bewertungszahl mit Fördermittel schneller erreichen

Bausparkassen ordnen ihren Kunden bei Vertragsabschluss meist eine bestimmte Bewertungszahl zu. Über die Jahre der Sparphase hinweg, kommt der Bausparer dem Wert dieser Zahl näher. Um das Darlehen ausgezahlt zu bekommen, muss er gewöhnlich die Bewertungszahl und somit die Zuteilung erreichen. Auch wenn jede Bausparkasse ein eigenes Berechnungssystem verfolgt um diese Zahl zu errechnen, so gibt es doch einige Faktoren die einen positiven Einfluss auf die Höhe der Bewertungszahl haben. So können neben regelmäßigen, monatlichen Einzahlungen ebenso der Erhalt von Fördermitteln die Zuteilungsreife beschleunigen. Bausparer sollten bestenfalls schon bei Vertragsabschluss mit der betreffenden Bausparkasse klare Ziele formulieren. Schließlich haben auch Kriterien wie die Tarifwahl, die Höhe der Bausparsumme sowie die Laufzeit des Bausparvertrages Einfluss auf die Bewertungszahl.

Bausparen: Sperrfrist einhalten lohnt sich meist

Ein Bausparvertrag sollte im Idealfall eine langfristige Entscheidung sein, da die vielen Vorteile der Fördermittel in der Regel nur durch das Abwarten von sieben Jahren genutzt werden können. Je besser bei Vertragsabschluss geplant wurde, desto sicherer ist meist auch der Verlauf des Bausparvertrages. Ist man nach einiger Zeit dennoch unzufrieden mit dem gewählten Anbieter, so besteht auch die Möglichkeit den Vertragspartner zu wechseln. Üblicherweise bleiben in diesem Fall die bereits erhaltenen Fördermittel bestehen, es kommt aber häufig zum Wiederbeginn der Sperrfrist. Bausparvertrag und die eingezahlten Leistungen sollten in diesem Fall beim neuen Vertragspartner also wiederum mindestens sieben Jahre bestehen bleiben.