Wahlzuteilung: Bausparvertrag noch flexibler nutzen

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Bausparer, die sich den Traum vom Eigenheim früher erfüllen möchten als eigentlich geplant, können dies nicht immer einfach umsetzen. Glück hat, wer sich für einen Tarif mit Wahlzuteilung entschieden hat. Unter Wahlzuteilung versteht man die Möglichkeit, eine frühere Zuteilung des Bausparvertrags zu beantragen. Einige Bausparkassen bieten Tarife, die es Kunden unter bestimmten Voraussetzungen erlauben, die Zuteilung zu beschleunigen, auch wenn die veranschlagte Summe noch nicht angespart wurde.

Bausparvertrag: Wahlzuteilung nicht immer möglich

Um das Prinzip der Wahlzuteilung klar zu verstehen, sollte man zunächst die Antwort auf die Frage „Wie funktioniert ein Bausparvertrag?“ kennen:

Der Bausparvertrag läuft über eine bestimmte Bausparsumme. Diese setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Guthaben und Darlehen. Während der so genannten Ansparphase spart der Besitzer des Bausparvertrags Guthaben an. Er schafft so Eigenkapital und sichert sich gleichzeitig das Recht auf das Bauspardarlehen. Ist das vorab festgesetzte Bausparguthaben angespart sowie die Mindestlaufzeit bzw. die benötigte Bewertungszahl erreicht, ist der Bausparvertrag zuteilungsreif. Möchte man den Bausparvertrag zum Kauf oder Bau eines Eigenheimes nutzen, kann man ab diesem Zeitpunkt das Darlehen in Anspruch nehmen.

Wer einen Bausparvertrag abschließt, sollte sich am besten vorab informieren, ob er die Bausparsumme auf Wunsch früher als geplant in Anspruch nehmen kann. Bei einem „normalen“ Bauspartarif ist dies in der Regel nicht immer ganz einfach. Oft muss man mit verschiedenen Maßnahmen seitens der Bausparkasse rechnen. Dies kann beispielsweise die Herabsetzung der Sparsumme, Sonderzahlungen, Zwischenfinanzierungen oder eine Kombination aus allem sein. Dies kann man umgehen, indem man darauf achtet, dass der abgeschlossene Bausparvertrag Wahlzuteilung ermöglicht.

Bausparen: Wahlzuteilung Voraussetzungen

Einzelne Bausparkassen haben Tarife mit dem Recht auf eine Wahlzuteilung im Angebot. Diese muss in der Regel in schriftlicher Form beantragt werden. Zudem müssen auch hier bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die sich jedoch von Bausparkasse zu Bausparkasse unterscheiden. In vielen Fällen gilt ebenfalls eine Mindestlaufzeit, die jedoch vergleichsweise kurz gestaltet ist. Sie kann zum Beispiel 18 Monate bis zwei Jahre betragen. Es ist außerdem möglich, dass ein geringerer Prozentsatz der Bausparsumme angespart werden muss. Teilweise kann die Wahlzuteilung schon ab einem Guthaben von nur 25 % der Bausparsumme beantragt werden.

Wahlzuteilung Bausparvertrag: Nachteile

Junge Familie lacht auf der Wiese hinter ihrem Haus

So praktisch die erhöhte Flexibilität durch die Möglichkeit der Wahlzuteilung auch ist – man sollte im Kopf behalten, dass sich Bausparkassen diese bezahlen lassen. Wer die vorzeitige Bausparvertrag Zuteilung in Anspruch nimmt, muss damit rechnen, dass er sich diese entweder durch einen höheren Tilgungsbeitrag pro Monat, einem kleineren Darlehen oder einem höhere Darlehenszins erkaufen muss. Grundsätzlich gilt, je weniger Guthaben angespart wurde, desto weniger kann der Kunde vom Darlehen profitieren.

Wer die Wahlzuteilung beantragt, sollte zudem bedenken, dass der Bausparvertrag meist trotzdem nicht sofort zur Verfügung steht. Im Regelfall liegt der Stichtag drei Monate vor dem Zuteilungsmonat. Das bedeutet: Erfüllt ein Bausparvertrag am 31.01. alle Voraussetzungen, so dass die Wahlzuteilung beantragt werden kann, erfolgt die tatsächliche Zuteilung am 30.04.

Mehrzuteilung und Wahlzuteilung: Bausparvertrag nicht mit beidem

Wer sich auf dem Weg zum Eigenheim befindet, kann viele Überraschung erleben. So kann es passieren, dass man feststellt, dass der Finanzierungsbedarf deutlich höher ist als erwartet. Auch für diese Situation halten Bausparkassen Lösungen bereit. Sie bieten Tarife an, die eine Mehrzuteilung ermöglichen. Das bedeutet, dass sich der Inhaber des Bausparvertrages bei Zuteilung einen höheren Darlehensbetrag auszahlen lassen kann als ursprünglich geplant. Wie viel höher der Kredit ausfallen kann, hängt wiederum von Bausparkasse und gewähltem Tarif ab. Dabei kann es sich um ein 20 %, aber auch um ein 50 % höheres Darlehen handeln. Man sollte beachten, dass eine Mehrzuteilung und eine Wahlzuteilung in der Regel nicht kombinierbar sind.

Wer die Mehrzuteilung in Anspruch nehmen möchte, muss allerdings mit höheren Tilgungs- oder Zinsbeiträgen rechnen. Man sollte genau berechnen, wie viel man sich leisten kann. Wer die Raten nicht zahlen kann, hat nichts von dem höheren Kredit. Ob die Raten und Guthabenzinsen des Bausparvertrags oder Baufinanzierung betreffen, spielt keine Rolle. Das Eigenheim macht nur Freude, wenn man sich keine Sorgen um die Abzahlung des Kredits machen muss.

Wahlzuteilung: Bausparen mit hoher Flexibilität

Unvorhergesehene Überraschungen sind beim Hausbau oder -kauf sicherlich keine Ausnahme. Bausparkassen wissen dies auch und sorgen mit verschiedenen Angeboten für die größtmögliche Flexibilität. Ob man eine Möglichkeit wie die Wahlzuteilung nutzen möchte, muss jeder Bausparer für sich selbst entscheiden. Wer eine solche Option nicht in Betracht ziehen, aber sein Geld trotzdem eher benötigt und zum Beispiel sein Erspartes als Eigenkapital nutzen und auf eine reguläre Baufinanzierung zurückgreifen möchte, kann nur seinen Bausparvertrag kündigen. Befindet sich dieser noch in der Anzahlungsphase, kann der Bausparer über das Guthaben nach Ablauf der Kündigungsfrist verfügen. In diesem Fall kann die Bausparkasse jedoch einen Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.